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Irak
Asien - Westasien
2017-2018

Reform der beruflichen Bildung (TVET) im Irak

Umfassendes Reform- und Modernisierungsprogramm für das Berufsbildungssystem

Projektüberblick

Umfassendes EU-finanziertes UNESCO-Berufsbildungsreformprojekt, umgesetzt in strategischer Zusammenarbeit mit dem irakischen Ministerium für Arbeit und Soziales und dem Bildungsministerium zur systematischen Verbesserung von Qualität und Relevanz des Berufsbildungssystems: Anwendung der DACUM-Methodik für die Entwicklung von Berufsstandards, Aufbau von Sector Councils, kompetenzbasiertes Curriculumdesign für die NQF-Level 3–7 und Integration projekt- und arbeitsplatzbasierter Lernansätze — als Antwort auf den Fachkräftebedarf des Wiederaufbaus nach dem Konflikt und im Einklang mit internationalen Entwicklungsrahmen.

Kontext

Der Wiederaufbaukontext des Irak nach dem Konflikt stellte das Land vor akute Herausforderungen: eine Jugendarbeitslosigkeit von 25 % in der Altersgruppe 15–24, begrenzte Beschäftigungsmöglichkeiten in der Privatwirtschaft und eine stark beschädigte Berufsbildungsinfrastruktur, die eine umfassende systemweite Reform erforderte. Der Übergang von einer zentralisierten, vom öffentlichen Sektor dominierten Wirtschaft zu marktorientierter Entwicklung verlangte die dringende Modernisierung der technischen Bildung, um kritische Kompetenzlücken in Bau, Landwirtschaft und Gastgewerbe zu schließen. Den bestehenden Berufsbildungsinstitutionen fehlten Arbeitsmarktausrichtung, moderne pädagogische Ansätze und Qualitätssicherungsmechanismen — nötig waren evidenzbasierte Interventionen, die institutionelle Kapazitäten wiederaufbauen und zugleich tragfähige Partnerschaften von Wirtschaft und Bildung für die langfristige wirtschaftliche Entwicklung etablieren.

Strategisches Ziel

Das System der beruflichen Bildung (TVET) des Irak systematisch reformieren und modernisieren — durch umfassende Anwendung der DACUM-Methodik für die Entwicklung von Berufsstandards, Aufbau von Sector Councils für die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Bildung, Einführung kompetenzbasierter Curricula für die NQF-Level 3–7 in den Sektoren Bau, Gastgewerbe und Landwirtschaft sowie Integration projekt- und arbeitsplatzbasierter Lernansätze, die institutionelle Qualität stärken, die Arbeitsmarktausrichtung verbessern und die Prioritäten der Fachkräfteentwicklung nach dem Konflikt adressieren — im Dienst eines nachhaltigen wirtschaftlichen Wiederaufbaus.

Einzelziele:

  • 1
    Umfassendes, hochwertiges Managementsystem für die Berufsbildung etablieren
  • 2
    Administrative Dezentralisierung mit wirksamer Privatwirtschaftsbeteiligung umsetzen
  • 3
    Modernen Lehr- und Trainingsrahmen im Einklang mit dem Marktbedarf entwickeln
  • 4
    Effizientes und leistungsfähiges Verwaltungs- und Bildungspersonal für die Berufsbildung aufbauen
  • 5
    Beschäftigungsdienste und Entrepreneurship-Programme etablieren

Zentrale Aktivitäten

Systemmanagement und Governance
  • Aufbau eines umfassenden, hochwertigen Managementsystems für die Berufsbildung auf Basis administrativer Dezentralisierung
  • Förderung einer wirksamen Beteiligung der Privatwirtschaft an der Berufsbildungs-Governance
  • Entwicklung von Qualitätssicherungsrahmen für Berufsbildungsinstitutionen
Curriculum- und Standardentwicklung
  • Einführung eines allgemeinen Rahmens für Zertifikate, Qualifikationen, Curricula und Methoden modernen Lehrens und Trainierens
  • Entwicklung nationaler Zertifikatsprogramme auf 4 Leveln im Bausektor (Betonbau, Mauerwerk, Zimmerei)
  • Erstellung von Programmen für das Gastgewerbe (Kochausbildung)
  • Aufbau von Programmen für die Landwirtschaft (Tierhaltung, Pflanzenbau)
  • Ausrichtung der Trainingsprogramme am aktuellen und künftigen Marktbedarf
  • Entwicklung kompetenzbasierter Trainingsansätze
Kapazitätsaufbau und Personalentwicklung
  • Qualifizierung eines effizienten, leistungsfähigen und hochwertigen Verwaltungspersonals der Berufsbildung
  • Entwicklung der Fähigkeiten des Bildungs- und Trainingspersonals
  • Aufbau institutioneller Kapazitäten für die laufende Systemverbesserung
Beschäftigungsdienste und Karrierebegleitung
  • Einrichtung spezialisierter Arbeitsvermittlungsbüros an Berufsbildungsinstitutionen
  • Berufsorientierung und Beratungsangebote für Lernende
  • Unterstützung der Lernenden beim Zugang zu besseren Beschäftigungsmöglichkeiten
  • Verbleibsbegleitung der Absolventinnen und Absolventen nach Programmabschluss
Entrepreneurship und Unternehmensentwicklung
  • Qualifizierung von Berufsbildungsabsolventen für die eigene Unternehmensgründung
  • Erleichterung des Finanzierungszugangs für gründende Absolventinnen und Absolventen
  • Entwicklung von Entrepreneurship-Curricula und Unterstützungsangeboten

Methodik

DACUM-Methodik (Developing A Curriculum) für die systematische Entwicklung von Qualifikationen und Standardberufsprofilen durch Industrieexpertenpanels

Aufbau und Koordination von Sector Councils unter Einbindung von Regierung, Privatwirtschaft und Bildungsanbietern für tragfähige Partnerschaften von Wirtschaft und Bildung

Kompetenzbasierter Trainings- und Prüfungsrahmen im Einklang mit den Standards des Nationalen Qualifikationsrahmens und internationalen Best Practices

Projekt- und arbeitsplatzbasierte Lernmethodik: Praxiserfahrung und Wirtschaftsrelevanz im Curriculumdesign verankert

Evidenzbasierte Bedarfsanalyse und Stakeholder-Einbindung zur Ausrichtung der Trainingsprogramme am aktuellen und künftigen Arbeitsmarktbedarf

Multi-Stakeholder-Ansatz für Qualitätssicherung und institutionelle Entwicklung mit nachhaltigem Kapazitätsaufbau und kontinuierlichen Verbesserungsmechanismen

Projektergebnisse

Umfassende DACUM-basierte Berufsstandards und Qualifikationen für die NQF-Level 3–7 in den Sektoren Bau, Gastgewerbe und Landwirtschaft entwickelt — mit vollständiger Validierung durch die Wirtschaft und ministerieller Bestätigung

Funktionsfähige Sector Councils aufgebaut und operationalisiert — mit dauerhaften Kooperationsmechanismen von Regierung, Privatwirtschaft und Bildungsanbietern für laufende Curriculumrelevanz und Qualitätssicherung

Kompetenzbasierte modulare Curricula eingeführt — mit integrierten projekt- und arbeitsplatzbasierten Lernanteilen, Spezifikation der nötigen Trainingsausstattung und modernen pädagogischen Ansätzen

Gestärkte institutionelle Kapazitäten durch umfassende Training-of-Trainers-Programme (ToT), verbesserte Schulmanagementsysteme und modernisierte Prüfungsrahmen

Systematische Integration von Beschäftigungsdiensten und Berufsorientierung in die Berufsbildungsinstitutionen — strukturierte Wege der Lernenden in Arbeitsmarktintegration und Entrepreneurship

Nachhaltige Qualitätssicherungs- und kontinuierliche Verbesserungssysteme etabliert — langfristige Reaktionsfähigkeit des Berufsbildungssystems auf den Bedarf der Wirtschaft und die Prioritäten des wirtschaftlichen Wiederaufbaus gesichert

Projektzeitraum

Analyse- und Designphase

2017-01 bis 2017-06

Umsetzungs- und Entwicklungsphase

2017-07 bis 2018-06

Konsolidierungs- und Übergabephase

2018-07 bis 2018-12

Aktive Jahre:2017, 2018
Auftraggeber & Geber

UNESCO

Hauptauftraggeber

Internationale Organisation

Europäische Union

Finanzierende Organisation

Internationale Organisation
Implementierungspartner

Ministerium für Arbeit und Soziales

Nationaler Implementierungspartner

RegierungZusammenarbeit

Bildungsministerium

Nationaler Implementierungspartner

RegierungZusammenarbeit
Erbrachte Leistungen
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Politikberatung und GesetzgebungQualitätsmanagementsystemePrivatwirtschaftsbeteiligungCurriculumentwicklungEntrepreneurship-EntwicklungDACUM-MethodikAufbau von Sector Councils
Anwendungssektoren
Branchen & Themenfelder
BauwirtschaftGastgewerbeLandwirtschaftTierhaltungPflanzenbauWiederaufbau nach Konflikten
Begünstigte

Irakische Berufsbildungsinstitutionen

Hauptbegünstigte der Systemmodernisierung

Berufsbildungslernende und Absolventinnen und Absolventen

Direkte Begünstigte verbesserter Ausbildungsqualität

Irakische Privatwirtschaft

Begünstigte der Fachkräfteentwicklung

Gemeinschaften nach dem Konflikt

Indirekte Begünstigte des wirtschaftlichen Wiederaufbaus